Conferences as the origin of internationalism

Durch Zufall habe ich bei einem Besuch des Flohmarkts am Naschmarkt vier gerahmte Karikaturen entdeckt und alle vier für 25€ inkl. Rahmen gekauft, handeln wollte ich dann nicht mehr.

Beim Säubern der Bilder habe ich mich auf die Suche nach dem Ursprung gemacht, und bin auch fündig geworden. Signiert sind die Bilder mit Kelen London, sie entstammen aus einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren, gedruckt und handkoloriert.

50 Exemplare dieser Ausgabe wurden auf handgeschöpftem Papier gedruckt und waren in einer Ledermappe mit den Nummern 1 bis 50 enthalten.

150 Exemplare befanden sich auf hochwertigem Papier in einer Kunsttuchmappe und waren mit den Nummern 51 bis 200 versehen. 

Bei mir stand auf allen Bildern die 39/200, also das Exemplar Nr. 39 von 200 Exemplaren, das vom Künstler mit Bleistiftbeschriftung signiert wurde, auf handgeschöpftem Papier.

Wie man dazu kommt, eine solche schöne Sammlung auseinanderzureissen, das weiß ich auch nicht, aber ich habe sie nun mal als Teil der Gruppe.

Das gesamte Portfolio umfasst eine Gruppe von 37 Karikaturen im Format 15 x 11 Zoll aus den ersten indischen Rundtischkonferenzen von 1930. Die zweite und dritte Konferenz fand 1931 und 1932 statt und wurde von der britischen Regierung organisiert, um Verfassungsreformen in Indien zu erörtern. In allen drei indischen Runden Tischen fanden Konferenzen zwischen 1930 und 1932 statt.

Zehn andere konnte ich noch als Nachdruck bekommen, die hänge ich jetzt an die andere Wand daneben. Echte Typen :-)

Zur Konferenz ein Hintergrundartikel:

Download (PDF, 1.39MB)

Und zum Künstler:

Emery Kelen wurde 1896 in Györ, Ungarn, geboren. In den 1920er und 1930er Jahren arbeitete Kelen in Europa und illustrierte das Europa der Zwischenkriegszeit mit seinen Cartoons in Zusammenarbeit mit seinem Landsmann Alois Derso. Als Zeugen dieser Geschichte zeichnete er Karikaturen berühmter Diplomaten und Staatsmänner der damaligen Zeit und satirische Karikaturen ihrer Aktivitäten. Er war auch der engagierte Bildreporter der Treffen und Delegierten des Völkerbundes. Als aktive Mitglieder des internationalen Pressekorps war seine Arbeit sehr darum bemüht, täglich humorvolle Aufzeichnungen von Ereignissen zu liefern, als Kameras in den Konferenzräumen nicht erlaubt waren. Seine Arbeit wurde vielfach in der europäischen Presse veröffentlicht. Er verließ Europa am 13. Dezember 1938 mit Unterstützung von Freunden, die die drohenden Gefahren erkannten, die ihm drohten, weil er Jude war und in der Vergangenheit die Kritik an Hitlers Machtübernahme geübt hatte. Kelen berichtete über karikierte Diplomaten und Politiker der indischen Rundtischkonferenzen, die von der britischen Regierung organisiert wurden, um über Verfassungsreformen in Indien zu diskutieren.

Das Titelbild ist auch von Kelen und ziert jetzt das WC :-)

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: