Die Künstler, die Antisemiten und die Festspiele – Die Salzburger Festspiele 1920-1938

Die Salzburger Festspiele und die Antisemiten 1920 -1938 (Arbeitstitel)

Dokumentarfilm, für ORF III / Zeitgeschichte 45 min. und Kino 60-70 min., Fertigstellung 2020

Regie: Hermann Peseckas                                                                             
Wissenschaftliche Beratung: Univ. Prof. Dr. Albert Lichtblau                       
Produktion: ipFILM e.U. / Mag. Stefan Sternad         

Im Mittelpunkt dieser  Kino und TV-Dokumentation stehen die sozialen und politischen Begleitumstände der Salzburger Festspiele mit ihren Masterminds  – Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal von ihrem Anfang 1920  bis zur nationalsozialistischen Machtübernahme 1938 und die Arisierung des Festivals,  sowie der  Raubzug am jüdisches Eigentum in der Stadt Salzburg und Umgebung. Die Geschichte der Salzburger Festspiele war ständig vom Antisemitismus begleitet, der bereits bis ins Mittelalter zurückreichte und in Vertreibung, Verfolgung und auf den Scheiterhaufen der lokalen Inquisition gipfelte.

Die Attraktion Salzburgs liegt in seiner barocken Kulisse und zwischen den Stadtbergen, der Festung oben und der Salzach unten als Rahmen. Max Reinhard und der Jedermann Autor Hugo von Hofmannsthal erkannten die einzigartige Lage und beschlossen Freiluft-Theateraufführungen in der barocken Kulisse vor dem Dom. Nach anfänglichen Schwierigkeiten begleitet von Hunger und Armut als Folge des verlorenen Weltkriegs, funktionierten die Salzburger Festspiele mit Verzögerung schließlich doch. Die ersten Jedermann–Aufführungen am Domplatz sind bis heute Kult. Max Reinhardt inszenierte sein Theater, das reiche Publikum sich selbst und das gab den Antisemiten, ob des üppig zur schaugestellten Reichtums seiner Gäste permanent Munition für ihre Propaganda. Wie immer waren für sie die Juden an allem schuld was in dieser turbulenten Zeit schief ging, von Inflation, Not, und bis hin zu zyklischen Wirtschaftskrisen. Die „Salzburger Judenfestspiele“ waren den Rassisten ein willkommener Dorn im Auge, den sie genüsslich für ihre antisemitischen Propagandafeldzüge ausnützten. Die Destabilisierung durch Terroranschläge, falsche Gerüchte, Hasspropaganda, Tausendmarksperre zur Zerstörung der österreichischen Wirtschaft, vor allem des Fremdenverkehrs, war ein Werk der im Nachbarland 1933 an die Macht gekommenen Nationalsozialisten. Die Sündenböcke waren wie immer die Juden. 1938 war es dann so weit, endlich konnte man es sich im Besitz der anderen gemütlich machen und stellte die ständige bemühte „jüdische Gier“ in jeder Hinsicht in den Schatten.

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