QYPE: Delikatessbar in München

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MuenchenCafes & BistrosBistro

Nun, ich kann die Meinung meiner Vorschreiber nicht teilen.

Die Delikatessbar in Sendling ist ein kleines Bistro mit einer Bartheke für acht Gäste, weiterhin gibt es zwei Dreiergruppen von zusammengestellten Mikro-Bistrotischchen..

Auf allen freien Tischchen standen kleine “Reserviert”-Kärtchen, wir wollten schon wieder umdrehen, doch um das zu verhindern entfernte die Chefin beherzt eins der Schilder und wies uns so einen Platz zu. Das war – um mal etwas vorwegzunehmen – die einzige schnelle Reaktion dieses Abends.

OK, das Tischproblem war gelöst, nun das Stuhlproblem: Quäle ich mein Alabastergesäß auf einen Stuhl mit der Größe eines zu heiß gewaschenen Suppentellers oder weise ich ihm die 2m breite Marmorbank zu? Bank, Bank, Bank, murmelte mein Großhirn, aber schnell wurde mir diese Entscheidung von der besten Ehefrau aller aus den Händen genommen: Ich habe Rücken! murmelnd setzte sie sich auf den Marmor. Mein trotzig aber mit leiser Stimme gemurmeltes: Aber ich habe Gesäß! überhörte sie geflissentlich. Also Stuhl, notfalls kann man sich ja einen zweiten holen :-(

Die Speisekarte sah recht nett aus, italienische, französische und spanische Vorspeisen, wenige ausgewählte Fleisch-, Fisch- und Nudelgerichte. Meine Vorliebe sind gemischte Vorspeisen, da gab es den normalen und den Deluxe-Teller für 10,70 €, Luxus-Körper brauchen natürlich Luxus-Teller, dazu ein alkoholfreies Bier. Die Dame auf der Marmorbank wählte Tagliatelle mit Steinpilzen, dazu ein Dunkles. Alkoholfreies haben wir keins mehr, aber ein leichtes. Nein, dann bitte Wasser. Danke.

Es war ein kompliziertes Wasser, dauerte es doch zehn Minuten den Schraubverschluss abzudrehen, und wir waren allein im Lokal, bei zwei von den reservierten Tischen war das Haltbarkeitsdatum der Reservierung längst überschritten. Aber dann kamen Bier und Wasser.

Hätte das nicht der hinter dem Tresen am Laptop sitzende Chef oder Kellner erledigen können? Dann wären Tagliatelle und Vorspeisenteller schneller da.

Die auf dem Marmor sitzende Dame meldete sich: Ich habe immer noch Rücken! Selbstlos wie ich bin bat ich den Stuhl an: Ich sitze hier ganz gut. Also Tausch, ich kriege die Marmorbank im Schaufenster, ganze zwei Meter, wegen Deluxe und so. Dummer Tausch übrigens, die war heiß, und ich hatte dann die Hitze.

Nach weiteren zehn Minuten kam der Vorspeisenteller, und pünktlich zu meiner letzen Olive die Tagliatelle, wobei wir doch eigentlich zusammen Essen wollten. Mittlerweile hatten alle “Reserviert”-Kärtchen ihr MHD überschritten, ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Zudem waren die Wein- und Pasta-Regale völlig verstaubt, wer selbst einen Laden hat achtet auf so was,

Ich bin also nicht begeistert, die Flasche Wein haben wir dann lieber daheim getrunken.

Mein Beitrag zu Delikatessbar – Ich bin agradert – auf QYPE

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