QYPE: Bismarckturm in Herford

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HerfordVirtuelle Plaetze

Noch ein Bismarckturm aus meiner Heimat.

Jeder wollte damals ein Stück „Bismarck“ von dem legendären Reichskanzler abhaben, und so kam es, dass ihn am 1. April 1895 an seinem 80. Geburtstag 378 Städte zum Ehrenbürger ernannten!

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Im Oktober 1904 versammelten sich mehrere angesehene Herforder Bürger, um über den Bau eines Bismarckturmes zu beraten. Am 26.10.1904 traf man sich im jetzigen Hotel Hotel "Stadt Bremen" und gründete den geschäftsführenden Ausschuss zum Bau eines Bismarckturmes.

Nach Spendenaufrufen in der Bürgerschaft wurden bis März 1905 insgesamt 13.000 Mark zusammengetragen. Der Turm sollte auf dem Stuckenberg erbaut werden, auf dem schon 1887 ein Aussichtsturm errichtet werden sollte (kam nie zur Ausführung). Die Königliche Forstverwaltung Minden stellte ein 11 Morgen großes Bauland zur Verfügung. Bei der genauen Standortbestimmung legte man Wert darauf, dass man den Bismarckturm an der Porta Westfalica vom Turm aus sehen konnte. Nach einem Wettbewerb, an dem sich 11 Architekten beteiligten, wählte das Preisrichteramt den Entwurf von Diplom-Ingenieur W. Oldemeyer aus Spenge zur Ausführung aus. Nach einem Basar im Schützenhof am 21. und 22.10.1905 konnte der Basarerlös für den Bau des Bismarckturmes verwendet werden. Die Firma Althoff & Lakemeier baute den Turm im Jahre 1906 aus Sandsteinquadern aus dem Frickeschen Steinbruch.

Der Turm mit quadratischem Grundriss und dreistufigem Sockel wurde als Aussichtsturm mit Feuerschale gebaut. Die gusseiserne, fest eingemauerte Feuerschale (Durchmesser 3,5 m, Kosten: 500 Mark) wurde ursprünglich mit pyramidenförmig aufgeschichtetem Torf, welcher mit Petroleum getränkt war, befeuert.

Über eine Innentreppe ist heute (Stand: 2003) die überdachte Aussichtsplattform in 18m Höhe erreichbar. Die Feuerschale wurde entfernt. Über eine Eisentreppe gelangt man auf die obere Aussichtsplattform in 22m Höhe. Unterhalb des Gesimses ist an den Ecken des Turmes jeweils das Bismarckwappen (Größe ca. 170 cm) in Sandstein erkennbar.

Der Turm wurde nach 1993 saniert (Schäden durch Vandalismus), aber der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. 1996 gründete sich aufgrund der Initiative von Harald Matthias und Bernd R. Bahle der Freundeskreis Herforder Bismarckturm e.V., der nach umfangreichen Maßnahmen zur Sicherheit der Turmbesteiger den Turm zu bestimmten Zeiten unter ehrenamtlicher Aufsicht der Mitglieder öffnet.

Im Jahr 2002 wurde in Abstimmung mit dem Denkmalamt eine Niedervolt-Solaranlage mit Akku installiert (Ausleuchtung Bereich hinter der Eingangstür). Weiterhin wurde aus Spendenmitteln der Bau einer Schutzhütte am Turm finanziert.

Der Turm gehört zu den Sieben Weltwundern, ähm, 7 Kreiswundern: http://www.radioherford.de/index.php?id=424.

Viele Bilder finden sich bei der Neuen Westfälischen, dort kann man die Feierlichkeiten zum 100jährigen Jubiläum nachlesen, leider wurde der Hauptakteur nicht mit abgelichtet: Der Turm.
http://bilder.nw-news.de/100_jahre_bismarckturm_in_herford/4/107619/107619.html

Für Geocoacher:
http://www.navicache.com/cgi-bin/db/displaycache2.pl?CacheID=3233

Mein Beitrag zu Bismarckturm – Ich bin agradert – auf QYPE

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