QYPE: Bismarckturm in Bad Salzuflen

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Zwei der über 260 Bismarcktürme weltweit stehen in meiner Heimat unweit von Bad Salzuflen.

Der eine ist der 22m hohe Bismarckturm von Bad Salzuflen, aufgrund des Karrieredrucks des neuen Amtshauptmann Theodor Heldmann, vom Amt Schötmar von 1897-1907.

Dieser deutete die Anregung der deutschen Studentenschaft zur Errichtung von Bismarcksäulen in einem Schreiben von 1899 als “Anordnung” um. Er machte sich u.a. in mehreren Zeitungsinseraten für den Bau eines Bismarckturmes stark. Kurze Zeit darauf schlossen sich der Schötmaraner Bürgermeister Schüller und alle Mitglieder des Gemeindeausschusses seinem Anliegen an und gründeten ein “Gesamtkomitee für den Bau eines Bismarckturmes auf dem Vierenberg” unter Vorsitz des Landrates Heldmann.

Durch Spenden von Bürgern, insbesondere durch Leberecht Hoffmann, Firmenchef von Hoffmann’s Stärkefabriken, wurde der ca. 12.000 Mark teure Turm finanziert.

Man beauftragte den Baurat Böhmer aus Detmold als Architekten, der einen wuchtig wirkenden Turm mit wehrhaftem Charakter (schießschartenähnliche Öffnungen) entwarf. Die Bauarbeiten wurden von Architekt Hanke aus Lage ausgeführt; die Maurerarbeiten übernahm Maurermeister Hofmeister aus Schötmar.

Der Turm hat einen quadratischen Grundriss. Als Baumaterial wählte man behauenen Sandstein, welcher in einem nahe gelegenen Sandsteinbruch gewonnen wurde. Zur Hintermauerung wurden Ziegelsteine verwendet. An der Südseite des Turmes wurde der Name “BISMARCK” in vergoldeten Metallbuchstaben von ca. 1 m Größe angebracht.

Der Bismarckturm wurde durch acht kleine, längliche Pfannen von je 1,5 m Länge befeuert, die auf die obere Balustrade gestellt wurden. In diesen Pfannen wurde pyramidenartig mit Petroleum getränkter Torf geschichtet und entzündet. Mit dem Ergebnis (Flammenhöhe über 5 m, Brenndauer über 5 h) war man zufrieden (Stand: 1906).

Nach 1945 richteten die Amerikaner eine Funkstation im Turm ein.

Das Bauwerk wurde nach Initiative des Ortsausschusses, der Kulturringes und der Heimatfreunde Wüsten im Jahr 1999 grundlegend saniert (neue Eingangstür, Geländer und runde Aussichtsplattform, finanziert von der Sparkasse Bad Salzuflen) und im August 1999 wiedereröffnet.

Mitte 2003 wurde der Bismarckturm wegen Einsturzgefahr (Bröckelnde Fassade) für Besucher gesperrt. in der zweiten Hälfte des Jahres 2004 wurde der Turm für 60.000 EURO saniert. Die Wiedereröffnung fand am 11.01.2005 statt.

Öffnungen: jeden ersten Sonntag im Monat von Mai bis Oktober durch Heimatfreunde Wüsten. Über den Gastwirt des Berggasthofes Hollenstein (http://www.QYPE.com/place/38044) ist der Schlüssel zu den Öffnungszeiten entleihbar.

Vom Bismarckturm hat man eine phantastische Sicht über Bad Salzuflen, früher war er Nachts noch offen und ein wunderbarer und geheimnisvoller nächtlicher Treffpunkt – wenn man sich denn durch das dunkle und nicht beleuchtete Treppenhaus traute.

Zur interessanten Geschichte dieser Türme empfehle ich die Website http://www.bismarcktuerme.de.

Wunderbare Bilder aus der Luft findet man hier: http://www.fotodrachen.de/bismarckturm.htm.

Mein Beitrag zu Bismarckturm – Ich bin agradert – auf QYPE

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