FIRM: Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München

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Am Donnerstag den 13. April fand im Wintergarten des Mailkeller Rosenheim ein Vortrag zum Thema Reichsbürger statt.

Ein Referent der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (firm) gab in einem ausgezeichneten Vortrag Einblick in die Reichsbürgerszene. Beleuchtet wurden ihre Narrative und Agitationsmethoden. Dabei stand vor allem ihre Anschlussfähigkeit und wachsende Popularität im Mittelpunkt der Betrachtung.

Claudia Bruckschwaiger, Peter Biebl und ich nahmen an dieser Veranstaltung teil, wir haben den Referenten gebeten, bei unseren monatlichen GWUP-Treffen in Salzburg/Freilassing den Vortrag zu wiederholen.


Sind sie sich auch in vielen anderen Fragen uneinig, nehmen alle Reichsbürgerinnen und Reichsbürger an, dass die Bundesrepublik Deutschland kein legitimer souveräner Staat ist. Stattdessen wird Deutschland in ihren Augen durch eine Verschwörung finsterer Hintermänner, der USA, anderer „fremder Mächte“ oder „der Juden“ regiert. Einige Reichsbürgerinnen und Reichsbürger führen angesichts dieses vermeintlichen politischen und rechtlichen Vakuums nicht mehr existente Staaten wie das deutsche Kaiserreich vermeintlich fort. Ein anderer Teil der Szene gründet eigene „Staatswesen“, die er an seinen rückwärtsgewandten Weltbildern ausrichtet.

Mittelfristig möchten alle Reichsbürgerinnen und Reichsbürger Staat und Gesellschaft beseitigen und durch Gemeinwesen nach ihren Vorstellungen, die oft Antisemitismus, Blut-und-Boden-Ideologien und andere Verschwörungsideologien beinhalten, ersetzen. Obwohl sie auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurückschrecken, wurden Reichsbürgerinnen und Reichsbürger und ihre Aktivitäten in der Bundesrepublik in der Vergangenheit als politische Aktivistinnen und Aktivisten nicht ernst genommen und verharmlost, sodass ihre Ideologie auch außerhalb der Szene Anklang gefunden hat.

Die Veranstaltung wurde von dem Bündnis „Kein Hass auf Rosenheims Bühnen“ organisiert, welches sich kritisch mit dem Auftritt des Hassmusikers und Reichsbürgersympathisanten Xavier Naidoo mit den Söhnen Mannheims auf dem Rosenheimer Sommerfestival auseinandersetzt, links dazu hier, hier und hier.

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Zu meiner Einstellung bitte ich den leidenschaftlichen und  ausgezeichneten Artikel meines Freundes und Kollegen Peter Biebl auf dem Blog Chiemgau Gemseneier zu lesen.

Zum ersten Mal gelesen habe ich einen Einlassvorbehalt, eine Idee für ein Türschild :-)

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Word! :-)

Weiterführende Links:

Gensing, Patrick (2015): Xavier Naidoo: Von der Querfront-Demo zum ESC?
Prisam (2015): Xavier Naidoo ist ein Antisemit
Prisam: Xavier Naidoo
Duwe, Silvio (2014): Rothschild-Verschwörungen bei Xavier Naidoo
Soethof, Fabian (2014) : Xavier Naidoo im Interview: „Ich bin ein Rassist“
Sieber, Roland (2014): Soundtrack der „Wahrheits“- und Reichsbürgerbewegung

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