CityScienceTalk: Die beiden Seiten der Toleranz

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Toleranz ist eine Eigenschaft, die ich ablehne. Nein, ich bin nicht tolerant, und ich will es auch nicht werden. Doch damit stoße ich immer wieder auf Ablehnung.

Wieso will ich nicht tolerant sein? Weil Toleranz immmer etwas von Duldung und Macht hat, heute toleriere ich mal, aber morgen verbiete ich dann wieder, Gewaltfreie Kommunikation ist das dann sicherlich nicht.

Jahrelang war ich auf der Suche nach einem besseren Begriff, habe aber keinen gefunden, ich habe meine Mediatorenkolleginnen und -kollegen genervt, das Thema immer wieder in Supervisionen, Kursen und Workshops aufgegriffen, und es im Gespräch wieder und wieder versucht: Hör mal, weisst Du nichts besseres?

Keiner wusste etwas wirklich besseres, und das öfter vorgeschlagene Kunstwort Isoranz hat einen Beigeschmack von schlechtem Friteusenfett. Bis vor etwas weniger als zwei Jahren, als mir dann eine Psychologin schrieb: Eh klar, Isovalenz meinst Du. Genau. Gar wunderbare Frau, und ich weiß, wovon ich rede, mittlerweile wohnen wir zusammen.

Die Suche nach dem Namen ist also beendet, doch das Thema hat mich nicht losgelassen, darum war ich auch ganz Ohr, als ich im Radio die Ankündigung für eine Veranstaltung mit dem Titel ‘Die beiden Seiten der Toleranz’ kam. Sie findet am Mittwoch, 6. Juli 2016, 18.00 Uhr im Wiener Saal der Stiftung Mozarteum in der Schwarzstraße 26, 5020 Salzburg, statt.

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Die Beschreibung der Veranstaltung ist wie folgt:

Die beiden Seiten der Toleranz

Der Begriff ist schillernd und facettenreich. Er schließt Gleichgültigkeit und Bejahung aus, wird als Tugend oder Charaktereigenschaft definiert und nach dem lateinischen tolerantia mit »Duldsamkeit« übersetzt. Spätestens seit dem Zeitalter der Aufklärung wird er ausschließlich positiv bewertet und in modernen, multikulturellen, pluralistischen Gesellschaften ist die Forderung nach Toleranz nicht mehr wegzudenken. Doch Toleranz ist ein diffiziles Konzept und deshalb ist ein klares Bewusstsein darüber einzufordern, was Toleranz bedeutet und wo ihre Grenzen liegen.

Begrüssung
Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Stiftung Mozarteum Salzburg

Statement
Alexander Wrabetz, Generaldirektor ORF

Diskussion
Katja Gentinetta, Politikphilosophin und Unternehmerin, Universitäten St. Gallen und Luzern
Otfried Höffe, Philosoph, Universität Tübingen
Konrad Paul Liessmann, Philosoph und Kulturpublizist, Universität Wien
Andreas Urs Sommer, Philosoph und Publizist, Universität Freiburg

Moderation
Elisabeth J. Nöstlinger, Ö1 Wissenschaftsredakteurin

Ich bin gespannt, und ich freue mich, ein paar von Euch dort zu sehen.

Anmeldung unter (01) 501 70 371 oder oe1.service@orf.at, der Eintritt ist frei, Nachzuhören ist Veranstaltung ab dem 13. Juli 2016, ab 21.01 Uhr in Ö1.

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